Dienstag, 25. Januar 2011

Der Reichsapfel des Earl of Rochester - The orb of the Earl of Rochester

Ich habe mich bisher ein wenig gescheut, diese Arbeit öffentlich vorzustellen,
denn das Stück wurde von einem Film angeregt.
Der Film "The Libertine" (trailer) erzählt die Geschichte der letzten Lebensjahre des Earl of Rochester. 
Dieser war, verkörpert im Film von Johnny Depp als eine Art barocker Jim Morrison, ein adliger Lebemann und poetischer Pornograph, der Stücke schrieb. 
Ich fand die Kombination erotischer Burleske im Barocktheater mit der Idee der Verfeinerung des Empfindens, fast im Oscar Wilde´schen Sinne, faszinierend. 


Den Reichsapfel - Symbol des Adels- krönte ich mit einem Kätzchen statt des Kreuzes.

Im Innenleben verborgen befindet sich eine Taschen-Peep-Show...umgeben vom Blumen. 







Der Globus, gefertigt aus getriebenen Halbkugeln in Kupfer-Shibuichi-Maze Gane.




Die Bronzekatze, wie auch der kupferne Rand des Verschlussmechanismus sind mit Gold bestäubt. 
Die mit geschnittenen Blumen verzierte Bühne ist über ein Kugellager drehbar, sodass die silberne Dame von allen Seiten zu betrachten ist.














Until now, I was a bit reluctant to show this piece. This is probably, because it was inspired by a movie.
The film “The Libertine” tells us the story of the last years of the Earl of Rochester.
He was - given in the movie by Johnny Depp as a kind of baroque Jim Morrison- an aristocratic bon vivant and a poetic pornographer, who has written plays.

I found the combination of erotic burlesque at the theatres of this time together with an idea of refinement – almost in a sense Oscar Wilde had embodied- quite fascinating.







The result was a sovereign’s orb- the symbol of nobility- crowned by a pussy instead of a cross. Hidden in the interior there is a kind of pocket- peep show, surrounded by flowers.


Actually the piece should have been exhibited at the first online exhibition of the “Iron Brush Forum”. For different reasons this exhibition never happened.

The globe was made out of hammered half-balls of copper –shibuichi maze gane.  The bronze cat and the copper rim of the locking mechanism were dusted with gold.










The stage which is embellished with engraved flowers can rotate due a tiny ball bearing. This way the little silver lady can be seen from all sides. 

Samstag, 15. Januar 2011

Renaissance Punk

Seit längerer Zeit mal wieder ein Eintrag hier in meinem Blog und der erste in 2011.

Frohes Neues Jahr allen, die hier lesen.

Ich möchte eine gerade fertiggestellte Arbeit von mir zeigen.

Es ist meine Interpretation des klassischen Schädelringes. 

Trotz gemischter Gefühle gegenüber einem bis an die Kitschgrenze strapazierten Motives, ist der formale Wechsel zwischen glatten Flächen, Ornament und stark strukturiertem Relief ein wirklich spannendes Thema für ein Schmuckstück.

Interessanter Weise ergeben sich meiner Meinung nach wieder Bezüge zwischen der alten Vanitas-Symbolik und neueren gesellschaftlichen Entwicklungen. 

Der Ring ist hohlgegossen. Er wurde in klassischer europäischer Manier mit Sticheln graviert und in Champlevé emailliert. 






It has been a long time since I wrote an entry into my Blog and it is the first one in 2011 as well.

A Happy New Year for all readers. 

I want to show a recently finished work of mine.

It is my interpretation of a classical skull ring. Despite my somewhat mixed emotions towards an almost trite topic which tends to be kitschy, I found the formal aspects  like the tension between the large polished shapes, ornament and heavily structured forms a really interesting matter for a piece of jewellery.



Most interestingly, I think lately there are connections again between the old Vanitas motive and contemporary social developments.
The silver jewel was cast hollow.  It was engraved by hand using burins in the classical European manner and enamelled in Champlevé style.  




Mittwoch, 20. Oktober 2010

A Song I like

Gerade beim Herumstöbern im Netz fand ich ein Stück Musik, welches ich sehr schön fand und das zum Thema dieses Blogs paßt. Ursprünglich veröffentlicht von "Pearls Before Swine" (sic!) wurde das Stück von "This Mortal Coil" 1986 gecovered - 

While surfing though the web I just found a piece of music I really like and which I want to share because it fits to this blog too. It was originally published by "Pearls Before Swine" later covered by " This Mortal Coil" 




Montag, 9. August 2010

Alter TV-Beitrag über mich - Old TV report on me

Auf der Geburtstagsfeier Bernd Masches fand sich ein 11 Jahre alter Fernsehbeitrag über mich, den ich selbst schon völlig vergessen hatte.
Der Sender TVB existiert mittlerweile nicht mehr.
Manches wirkt vielleicht doch unfreiwillig komisch.
Trotzdem habe ich hochgeladen und mit (leider holpernden englischen) Untertiteln versehen.






At Bernd Masches birthday party somebody came up with an 11 years old TV report about me which I had already forgotten. Meanwhile the local tv station TVB does not exit anymore.
It might be a bit unintentionally funny.
Nevertheless I uploded it and gave it some (stuttering english) subtitles.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Hitzewelle - Heat wave

Es ist in den letzten Wochen unglaublich warm hier- für mitteleuropäische Verhältnisse.
So nutze ich den etwas kühleren Morgen, um noch schnell einen neuen Eintrag für diesen Blog zu schreiben.
Ich möchte mein letztes Stück, den Einzel-Ohrring „Buxuna“ vorstellen.

Irgendwie entwickele ich eine Vorliebe für Ohrschmuck, wahrscheinlich, weil ich selber einen Ohrring trage, oder auch, weil Dinge fürs Ohr sehr leicht sein müssen. Darin weichen die Neuen sicherlich von meinen bisherigen Stücken ab. Das Streben nach scheinbarer Gewichtslosigkeit führt – mich zumindest- zur alten Technik des Hohltreibens. In der Renaissance nutzen die Goldschmiede diese Technik vor allem für Hutschmuck- Enseignes. So wandele ich hier auf alten Pfaden und bin mit dem Ergebnis so weit zufrieden.
Die Materialstärke des Silbers lag zu Beginn der Arbeit bei 0,4 mm, die ich, bis auf wenige Stellen recht konstant gehalten habe. Zusammen mit den Rubinen, einem Hauch von Gold sowie etwas Emaille kommt der Ohrring auf etwa 8 Gramm.

In the last few weeks it is incredible hot – for mid-European circumstances. So I am rushing to write a new Blog entry this morning while it is cooler still.
I want to introduce my newest piece, a single earring, called “Buxuna”

Somehow I am developing a fondness for jewels to be worn at the ears, probably because I am wearing an earring too, or because things to be worn there must be very light. This lightness is a difference to my older pieces. This quest for virtual weightlessness leads – me at least – to the old method of chasing in the full round (I am not sure if there is an English expression for this).
During the European Renaissance goldsmiths used this technique to create hat jewels- the so called Enseignes. Now I am strolling on this old path and I am quite pleased with the results so far.
The thickness of the material was .4 mm at the beginning, which I was able to hold almost all over the piece. Together with the rubies, some enamel and a touch of gold it weights 8 Gramme. 

Sonntag, 27. Juni 2010

Mushroom hangers

Nach zwei Wochen Pause habe ich die Zeit für ein neuen Eintrag.
Ich habe es geschafft,  von dieser neuerlichen Arbeit ein Foto zu machen.

Gedacht waren diese „Mushroom Hangers“ – wie ich sie genannt habe, um das Emaillieren von runden Körpern zu üben.  Das Semitransparente Türkis und Transparentgrün von Schauer sind hervorragend auf Silber. Bei den warmen Tönen, wie dem Rot führt kein Weg an den Gläsern von Kuyaku oder Ninomiya vorbei.

Die Halbkugeln und deren Ornamente habe ich ziseliert, und mit alten indischen Karneol-Perlen und geschnitzten Pink-Ivory Einsätzen kombiniert.

Manchmal ist es entspannend einfach ein dekoratives Stück zumachen. Das ist vom Gefühl her etwa wie Zeichnen oder Skizzieren. Man lernt, ohne den Anspruch einer „grossen Arbeit“ haben zu müssen und von Zeit zu Zeit kann das Ergebnis recht befriedigend sein.



After a break of two weeks, now I got the time for a new entry.
I have managed it to take a picture of this recent work.

These “Mushroom Hangers”- how I call them were thought as a piece to practice enamelling on sculptural forms. The semi-transparent turquoise and the transparent green as well are exellent on silver (both colours by Schauer). When it comes to warm colours there is no way around the enamel of Kuyaku of Ninomiya.

The half-balls and the ornaments on their surface were chased. This was combined with old Indian carnelian beads and carved Pink-Ivory wood insets.

Sometimes, I find it simply relaxing to make a decorative piece. It feels like drawing or sketching . It is a learning experience without having to have the ambition to make a “big piece”.  And every so often the result can be quite satisfying.

Sonntag, 13. Juni 2010

Welcome...

Hallo und willkommen.

Ich bin Karl Wunderlich.
Einige werden mich schon vom Iron-Brush Forum kennen.
Ich habe diese kleine Nische im Cyberspace eingerichtet, um neben meiner Webseite und Fords Forum in loser Folge einige weitergehende Gedanken mitzuteilen oder um Einblicke in meine Arbeit zu geben.
Ich versuche diesen Blog auf Deutsch und Englisch zu führen. Da mein Englisch, um ehrlich zu sein, wackelig ist, bitte ich Euch über merkwürdige Ausdrücke und Fehler hinwegzusehen  oder mir per Kommentar eine Korrektur zu kommen zu lassen. Insgesamt freue ich mich über Kommentare und Rückmeldungen.

Als Starter möchte ich Euch einen neulich fertig gestellten Anhänger zeigen. 



Einen Teil der Entstehung des Stückes kann man in Fords Forum verfolgen. Klick hier

Inspiration hierfür waren die großen, tragischen Damen des Ancien Régime, Marie Antoinette oder die Madame du Barry.

Das Köpfchen wurde aus einem einzigen Stück Silber hohl getrieben -eine Technik die seit  den Tagen Cellinis eher selten zu sehen ist. Die Haare sind en ronde bosse emailliert. Mund und Augen sind in Maleremaille ausgeführt.




Hallo and welcome.
I am Karl Wunderlich. 
Some of you might know me already from the Iron Brush Forum. I have created this little niche in cyberspace to share some thoughts and glimpses into my work beside my website or Fords Forum from time to time.
I will try to write this Blog in German and English.  To be honest, my English is a bit shaky. So, I would beg you to condone strange expressions and mistakes or even better, to post a correction in the comments. All in all I would be very pleased about comments and feedback.

As a starter I want to show a recently finished pendant. 



 A part of the making can be seen on Fords Forum. Click here

The piece was inspired by the tragic gentlewomen of the Ancien Régime, Marie Antoinette or Madame du Barry.
The Head was chased hollow out of a single piece of silver. A technique rather rarely seen since the days of  Cellini.  The hair was enamelled en ronde bosse. Eyes and mouth were made with painted enamels.